Gespräch im Gesundheitsministerium

In mehreren Briefen an das Staatsministerium für Gesundheit und Pflege seit Beginn der Corona-Pandemie hat der Berufsverband Bayerischer Hygieneinspektoren auf die extreme physische und psychische Belastung der Hygieneinspektoren in den bayerischen Gesundheitsämtern hingewiesen. Daraufhin wurde für den 28. Oktober 2020 ein Gesprächstermin mit dem Amtschef des Gesundheitsministeriums vereinbart, obwohl schon weite Teile Bayerns bereits als Risikogebiete ausgewiesen waren. Am Treffen mit dem Amtschef Dr. Winfried Brechmann nahmen die stellvertretende Amtschefin, und zuständig für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD), Stephanie Jacobs, der stellvertretende Landesvorsitzende Dirk Rieb und Landesvorsitzender Jürgen Lober teil.

Nach der Begrüßung und einer kurzen Vorstellungsrunde schilderte Landesvorsitzender Lober ausführlich die seit Monaten andauernden enormen Belastungen der Verbandsmitglieder und verwies auf diverse Berichte aus allen Regierungsbezirken Bayerns. In einigen Fällen müssen bzw. mussten Kolleginnen und Kollegen leitende Funktionen in den Gesundheitsämtern übernehmen. „Die öffentliche Darstellung beim Pakt für den ÖGD weicht völlig von der Realität ab, die Ausgrenzung unserer systemrelevanten Berufsgruppe ist nicht akzeptabel“, so Lober.

Sowohl der Amtschef Dr. Brechmann als auch die stellv. Amtschefin Jacobs betonten, dass ihnen die Belastungen der Hygieneinspektoren bewusst seien und sprachen ihren besonderen Dank für die bereits geleistete Arbeit aus. Die Wertschätzung der Staatsregierung werde durch den beschlossenen steuerfreien Corona-Bonus in Höhe von 500 Euro für die Mitarbeiter in den bayerischen Gesundheitsämtern unterstrichen.

Auch aus Sicht des Gesundheitsministeriums sind dringend Änderungen bei der Organisation des ÖGD und insbesondere dessen Personal notwendig. Es muss über eine neue Aufgabenverteilung innerhalb der verschiedenen Berufsgruppen nachgedacht werden. Weiterhin müssen die aktuellen Aufgabenbeschreibungen entsprechend erweitert werden. Der stellv. Landesvorsitzende Rieb merkte an, dass aus organisatorischer Sicht die Berufsgruppe der Hygieneinspektoren ebenfalls personalrechtlich beim fachlich zuständigen Gesundheitsministerium geführt werden muss. Bei unseren Amtsärzten hat sich die fachlich- und personalrechtliche Unterstellung auch sehr gut bewährt, so Rieb.

Zum Abschluss des rund 90-minütigen Gesprächs sagte Landesvorsitzender Lober, dass der BBH die bisherige äußerst vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der früheren Amtschefin Ruth Nowak auch in Zukunft fortführen möchte. „Dem stehe nichts entgegen“, so die Vertreter des Gesundheitsministeriums Dr. Brechmann und Jacobs. In Abhängigkeit von der pandemischen Lage sind unbedingt weitere Gespräche erforderlich, um den ÖGD in Bayern zukunftssicher aufzustellen. Bei diesen Gesprächen ist auch ein Augenmerk auf die Aus- und Weiterbildung der Hygieneinspektoren zu legen. Hier muss dringend eine Erweiterung und entsprechende Anpassung der Unterrichtseinheiten in Anlehnung an die Akademie in Düsseldorf erfolgen.

 

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von rechts nach links: Amtschef Dr. Brechmann, stellv. Amtschefin Jacobs,
Landesvorsitzender Lober,
(Bild: StMGP)             stellv. Landesvorsitzender Rieb

 

Berufsverband Bayerischer Hygieneinspektoren

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